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Zielspringen

 

 

"Wenn ein Mensch ein Zeltdach aus abgedichteter Leinwand, das 12 Ellen breit und 12 Ellen hoch sein soll, über sich hat, so wird er aus jeder noch so großen Höhe herabstürzen können, ohne Schaden zu nehmen." 

So die Randbemerkung des großen Künstlers, Naturwissenschaftlers und Ingenieurs Leonardo Da Vinci zu seiner im Jahr 1483 entstandenen Skizze eines Fallschirmgerätes.                       (Anm.: Dass dieser Fallschirm funktioniert, wurde im Juni 2000 nachgewiesen )  (mehr Fotos )

Seit der Entwicklung modernerer Fallschirme (zunächst Rundkappen-, ab Mitte / Ende der 60er Jahre die ersten Flächenfallschirme) bemühten sich die Springer, möglichst genau ihren anvisierten Landeplatz zu treffen.

Aus dieser anfänglichen reinen Notwendigkeit sicher zu landen, entwickelte sich bald die erste und damit älteste Disziplin des Fallschirmsports, das Fallschirmzielspringen.

Mit den heutigen exakt zu steuernden Flächenfallschirmen gilt es bei Wettkämpfen, bei der Landung mit dem ersten Bodenkontakt den 2 cm großen Mittelpunkt (Nullpunkt) einer elektronischen Messscheibe zu treffen. In aller Regel wird dies mit der Ferse versucht. Entfernungen bis zu 16 cm um diesen Nullpunkt werden mit Hilfe der Zielscheibe erfasst. Bei größeren Abweichungen erhält der Springer stets das Maximalergebnis von 16 cm zugeschrieben.

 

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                                             Mit freundlicher Genehmigung des FSV Eilenburg

 

Die weltbesten Zielspringer erreichten in der Summe aus 8 Durchgängen regelmäßig ein Gesamtergebnis von 0 bis 1 cm. Der Abstand zum Zehnten liegt bei gesamt 2 bis 5 cm. 

 

 

Der Ablauf:

Eine Zielsprung-Mannschaft setzt sich in der Regel aus 5 Einzelspringern (Männer und/oder Frauen) zusammen. In einer Höhe von ca. 1000 Metern über dem Boden wird entgegen der Windrichtung angeflogen. Kurz nach überfliegen des Zielpunktes verlässt der erste Springer die Absetzmaschine. Die weiteren folgen ihm in Abständen von jeweils 5 bis 6 Sekunden.

Damit jeder Mannschaftsteilnehmer ausreichend Platz und Zeit für seine Ziellandung und die Vorbereitungen dazu hat, beginnt man schon beim Absprung mit der so genannten Staffelung. Der erste Athlet lässt sich ca. 300 m tief oder 10 Sekunden lang fallen, bevor er den Fallschirm öffnet. Der Zweite fällt nur ca. 200 m, der Dritte in etwa 100 m und die Letzten ziehen ihren Schirm unmittelbar nach dem Absprung (Exit). Um die Abstände untereinander dann noch weiter zu vergrößern, leiten die Springer am geöffneten Schirm Spiraldrehungen ein. Damit baut insbesondere wieder der Erste Höhe ab, aber auch der zweite und nach Bedarf auch der dritte und vierte Springer.

Rund 200 bis 300 Meter über dem Boden erfolgt ein Windcheck. Die Springer prüfen - etwas seitlich neben dem Zielpunkt - die genaue Richtung und vor allem Stärke des Windes. Danach drehen sie um und steuern genau auf Windachse (d.h. exakt gegen den Wind) den Zielpunkt an. In welcher Höhe und insbesondere Entfernung zur Zielscheibe auf Windachse eingedreht wird, sollte dem Springer der Windcheck zuvor angezeigt haben.

In der nun letzten und alles entscheidenden Phase des Zielsprunges (auf den letzten 50 bis 100 Metern) ist allerhöchste Konzentration und Feinfühligkeit gefordert. Es gilt sich mit seinem Schirm in eine optimale "Trettposition" über der Zielscheibe zu bringen und den Schirm letztendlich so zu bremsen, dass der Springer idealer weise auf den finalen 2 bis 3 Metern nahezu senkrecht auf die umgebende Sprungmatte sinkt und seine Ferse mit maximal leichten Korrekturen auf die Zielscheibe setzt.      

Ein Ausstrecken des Beines in Richtung Zielscheibe - sowohl in oder gegen Flugrichtung als auch seitlich, führt durch die Überlagerung mehrerer Bewegungsrichtungen eher zu ungenauern und weniger kontrollierbaren Ergebnissen.

 

Die Wertung:

Entsprechend seiner Entfernung zum Nullpunkt auf der Zielscheibe erhält jeder einzelne Wettkampfteilnehmer ein Ergebnis zwischen Null bis maximal 16 Zentimetern. Die Summe all seiner Zielabweichungen bestimmt dann die Platzierung in der Einzelwertung.

Für die Wertung der Teams werden alle Ergebnisse der Mannschaftsteilnehmer aus allen Durchgängen aufaddiert.

 

Da es bei dieser Sportart darauf ankommt, möglichst nahe am Nullpunkt zu landen, gewinnt am Ende derjenige Springer bzw. diejenige Mannschaft mit dem kleinsten Ergebnis.

 

 

Unterbrechungen des Wettkampfes:

Wettkampfunterbrechungen sind zumeist witterungsbedingt. Eine zu niedrige Wolkenunter- grenze (unter 900 m), Regen oder zu starker Wind haben Pausen zur Folge.

Die maximal zulässigen Windgeschwindigkeiten für einen fairen und sicheren Wettkampf liegen bei 7 bis 9 m/s (25 bis 32 km/h):

Übersteigt die Windgeschwindigkeit die Schwelle von 7 m/s, so kann der Springer nach der Landung entscheiden, ob er den Sprung wiederholen oder sein erzieltes Ergebnis annehmen möchte. Erst 30 Sekunden, nachdem die Windgeschwindigkeit wieder ununterbrochen unter 7_m/s lag, ist das vom dann landenden Springer erreichte Ergebnis wieder bindend.

Übersteigt die Windgeschwindigkeit die Schwelle von 9 m/s, so wird die Zielscheibe gesperrt, und dem Springer wird angezeigt, dass er nicht auf der Zielmatte landen darf. Erst 5 Minuten nach ununterbrochener Unterschreitung der 9 m/s-Marke wird die Nullscheibe wieder freigegeben.

 

 

Weitere Info`s zum Zielspringen:

Das Grundkonzept des Zielspringes

von Dirk-Ulrich Lauer

 

 

 

 

   

 

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