► Die Disziplinen der Fallschirmsports

 

                            

Der Fallschirmsport gliedert sich zwischenzeitlich in eine recht beachtliche Anzahl Disziplinen:

 

           ○   Die Klassischen Disziplinen sind das Stil- und Zielspringen sowie Paraski.

 

           ○   Danach entwickelten sich die Formationsdisziplinen (Freifall- und Kappenformation)

                 sowie die artistischen Disziplinen wie Freefly, Freestyle und Skysurfen.

 

           ○   Zu den jüngsten Formen des Fallschirmspringens gehören das BASE-Springen,

                Canopy Piloting, Wingsuit-Flying und das Speedskydiving.

 

 

Insbesondere angetrieben durch die rasante Entwicklung im Bereich der Fallschirm- und auch Ausrüstungstechnik entwickeln sich immer neuere Unterformen. Und es werden auch Sprünge mit einer Mischung unterschiedlicher Disziplinen durchgeführt.

 

 

Nachfolgend die Kurzbeschreibungen der wichtigsten Unterarten des Fallschirmsports:

 

Zielspringen.

 

Das Zielspringen         Youtube-Video zum Ziel- und Stilspringen hier klicken

 

Das Zielspringen dürfte wohl die älteste Disziplin sein. Sie entwickelte sich aus der ursprünglichen reinen Notwendigkeit, das Landegebiet möglichst genau zu treffen, um dort sicher zu landen.

Heute mit modernen, exakt zu steuernden Flächenfallschirmen versuchen die Athleten, eine Zielscheibe, in deren Mitte sich ein nur 2 cm großer Nullpunkt befindet, mit dem ersten Bodenkontakt (in der Regel mit der Ferse) zu treffen. Abweichungen von bis zu maximal 16 cm von diesem Nullpunkt werden noch elektronisch erfasst.

Das Zielspringen gehört mit dem Kappenformationsspringen und dem Canopy Piloting zu den wenigen Teilbereichen des Fallschirmsports, bei denen die sportliche Leistung nicht im freien Fall, sondern am geöffneten Schirm vollbracht wird und ist daher live für Zuschauer bestens geeignet.

Ausführlichere Info`s zum Thema Zielspringen finden sich hier. Zum Seitenanfang

 

Zielspringer - zum vergrößern anklicken

 

 

 

Stilspringen.

 

 

Das Stilspringen         Youtube-Video zum Ziel- und Stilspringen hier klicken

 

Das Stil- oder Figurenspringen ist die älteste Freifalldisziplin im Fallschirmsport. Hier geht es darum in minimaler Zeit einen festgelegten Ablauf verschiedener Figuren (zweimal zwei Drehungen gefolgt von je einem Salto) so exakt und fehlerfrei wie möglich zu durchlaufen. Schnelligkeit bei Rotationen erfordert eine möglichst kompakte Körperhaltung, die sogenannte kleine Position. Um hier zur Perfektion zu gelangen ist ein hohes Maß an Körperbeherrschung und Selbstdisziplin erforderlich. Wegen der strengen Vorgaben und sich stets wiederholenden Abläufe wird das Figurenspringen vor allem von militärischen Fallschirmsportlern noch intensiv betrieben. Zum Seitenanfang

 

Stilspringer in kleiner Position

 

Stilspringer in kleiner Position - zum vergrößern anklicken

 

  

 

Paraski.

 

 

Paraski

 

Unter Paraski versteht man die Kombination aus Zielspringen und Skifahren.

Ursprünglich aus der Bergrettung stammend, erfolgen hier die Zielanflüge auf eine schräg am schneebedeckten Hang liegende Sprungmatte mit Zielscheibe. Die zeitlichen Rückstände zum Schnellsten aus zwei Riesentorläufen werden in Zielentfernung umgerechnet: Eine Sekunde Rückstand im Skilaufen ergeben einen Aufschlag in der Gesamtzielentfernung von drei Zentimetern.  Zum Seitenanfang

 

Thomas Hark bei der Dt. Meisterschaft Paraski 2006 - zum vergrößern anklicken

 

 

Freifallformationsspringen.

 

Das Freifallformationsspringen

 

Das Formationsspringen wird auch RW (vom engl. Relative Work) genannt. Hierbei bilden mindestens zwei Fallschirmspringer im freien Fall ein oder mehrere Figuren. Teilweise werden die Figuren frei, zumeist aber durch gegenseitiges Halten an definierten Griffen bzw. Griffleisten geflogen. Wichtig ist dabei, dass alle Springer exakt die gleiche Fallgeschwindigkeit halten. Dies erreichen sie durch kleine Änderungen der Körperhaltung oder Mitnahme von Bleigewichten.

Bei Wettkämpfen gehen 4er-, 8er- und 16er-Formationen an den Start. Den welt-besten 4er-Teams gelingen über 30 Figuren innerhalb von 35 Sekunden.

 

Aber es werden auch stets Rekorde größter Formationen versucht:

Der aktuelle Weltrekord vom Februar 2006 liegt bei 400 Springern.

 

Der größte nationale Rekord - nur Springer einer Nation -  wird seit November 2008 wiederholt von Deutschland gehalten. Am 14.11.2008 wurde ein 200er-Formation für rund vier Sekunden gehalten.   Zum Seitenanfang

 

Freifallformation - zum vergrößern anklicken

 

 

Kappenformationsspringen.

 

Das Kappenformationsspringen (CRW = Canopy Relative Work)

 

Bei dieser Disziplin hat der Freifall eine untergeordnete Rolle. Die Athleten öffnen unmittelbar nach Verlassen des Flugzeuges den Fallschirm, um sich dann gegenseitig kontrolliert anzusteuern. Nach der Annäherung wird der Kontakt durch Festhalten der Leinen oder des Fallschirmstoffes mit Händen und Füßen gewahrt. Für diese Disziplin sind nicht alle Fallschirme gleichermaßen geeignet, sondern vor allem jene, mit sehr stabilen Flugeigenschaften und robusten Materialien. Bei Wettbewerben in 4er oder 8er Teams gilt es, in begrenzter Zeit die Formation nach Vorgabe möglichst oft umzubauen.

Wie beim Freifallformationsspringen werden auch hier immer größere Formationen angestrebt: Im November 2007 gelang ein 100er in Form eines Diamanten. Zum Seitenanfang

 

 

85er Kappenformation (Weltrekord) - zum vergrößern anklicken

 

Klicke hier

für eine Animation

einer 4er Rotation

 

 

Freefly.

 

 

Freefly

 

Freefly gehört zu den jüngeren Fallschirmdisziplinen. Beim Freefly wird zumeist auf dem Kopf oder mit den Füßen voran (stehend / sitzend) geflogen. Erlaubt ist alles, was Spaß macht. Die Springer bilden auch hier im freien Fall kleinere und größere Formationen und es kommen zum Teil auch verschiedene Utensilien zum Einsatz: Tubes (ringgestützte Stoffschläuche) oder auch Space Balls (gewichtsmäßig für den Freifall austarierte Bälle) dienen als "Spielzeug".

Häufig tragen gleichzeitig mehrere Springer im Helm eine Videokamera mit, um ihre Sprünge bildlich festzuhalten. Zum Seitenanfang

 

Freeflyer mit Tube - zum vergrößern anklicken

 

 

Freestyle.

 

 

Freestyle

 

Freestyle ist Ballet in der Luft.

Im Gegensatz zum klassischen Stilspringen wird hier nicht auf Zeit geflogen und die Artisten sind nicht nur auf zwei Figuren eingeschränkt. Nahezu spielerisch fügt der Springer in der Luft eine Vielzahl von unterschiedlichsten Manövern aneinander. Der mitfliegende Videomann versucht seinerseits den künstlerischen Eindruck der Bilder durch entsprechende Flugmanöver noch zu verstärken.  Zum Seitenanfang

 

Freestylist mit Videomann - zum vergrößern anklicken

 

 

Skysurfen.

 

Das Skysurfen

 

Das Skysurfen gehört schon eher zu den extremeren Formen des Fallschirm-springens. Die Verwendung eines speziell konstruierten Brettes, das durch eine Spezialbindung fest mit den Füßen verbunden ist und auf dem der Springer im freien Fall die verschiedensten Bewegungen vollziehen kann, erfordert besondere Erfahrung und Umsicht. Obwohl sich das Skysurfen erst seit kurzer Zeit auch als Fallschirmsportdisziplin etabliert hat, gibt es dort bereits internationale Wettbewerbe. Auf Grund der hohen Spezialisierung erfährt die von Anfang an kleine Zahl an Skysurfern nur sehr langsam Zuwachs. Zum Seitenanfang

 

Skysurfer mit Einzelspringer - zum vergrößern anklicken

 

 

B.A.S.E..

 

B.A.S.E. - Springen

 

B.A.S.E. ist die Abkürzung für Buildings, Antennas, Spans and Earth und ist die Bezeichnung für Sprünge von festem Untergrund, z. B. von Hochhäusern, Antennen-masten, Brücken sowie Berggipfeln oder Felsen usw. Die Sprünge erfolgen meist aus relativ geringer Höhe. Aufgrund des extremen Risikos sind B.A.S.E.-Sprünge nur an wenigen Orten auf der Welt dauerhaft erlaubt, zusätzlich gibt es Einzel-genehmigungen für besondere Veranstaltungen. Die Schirme der B.A.S.E.-Springer sind speziell vorbereitet und gepackt, um eine sehr schnelle und richtungssichere Öffnung zu erwirken.

Im Bild rechts ist unser Club2000-Mitglied Eddy K. beim Absprung vom Rheinturm in Düsseldorf zu sehen, Absprunghöhe ca. 170 Meter.  Zum Seitenanfang

 

Eddy Kraus beim Sprung vom Rheinturm - zum vergrößern anklicken

 

 

Canopy-Piloting.

 

Das Canopy-Piloting

 

Beim Canopy-Piloting oder auch Swooping (engl. sich herabstürzen) wird mit verhältnismäßig kleinen und schnellen Fallschirmen in einer Höhe von 150 bis 300 Metern über dem Boden ein "Hook-Turn" - eine Art Kampfkurve mit einem Richtungswechsel von 90° bis zu 720° - eingeleitet. Bei Sinkgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h wird der Schirm kurz vor dem Boden derart abgefangen, dass die so gewonnene Energie eine möglichst lange waagrechte Vorwärtsfahrt ermöglicht. Die Weltbestmarke liegt hier bei 142 Metern.

Da der Spielraum zwischen einem zu tief angesetzten Hook-Turn und einem zu Hohen sehr klein ist, besteht bei dieser Disziplin ein absolut erhöhtes Verletzungs-risiko. Zum Seitenanfang

 

Perfekter Swoop über Wasser - zum vergrößern anklicken

 

 

Wingsuit-Flying.

 

Das Wingsuit-Flying

 

Der Name verrät schon das Hilfsmittel bei dieser Unterart des Fallschirmsports, nämlich einen mit Flügeln versehenen Anzug / Sprungkombi. Zwischen Armen und Oberkörper sowie zwischen den Beinen ist Stoff gespannt. Mit Hilfe der darin einströmenden Luft werden wie beim Flächenfallschirm Tragflächen gebildet.  Dies verringert die Fallgeschwindigkeit auf rund 80 km/h (in Bauchlage ohne Wingsuit sind rund 200 km/h normal) und erzeugt eine Vorwärtsgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h. So können weite Strecken zurückgelegt werden. Anwendungszweck ist hier eigentlich nur der Spaßfaktor.

Ein Video einer 3er-Wingsuit-Formation über Altenstadt ist hier zu sehen.Zum Seitenanfang

Wingsuit-Flying - zum vergrößern anklicken

Photo by Matt Hoover www.matthoover.com

 

 

Speedskydiving.

 

Das Speedskydiving

 

Speedskydiving ist die absolut schnellste unmotorisierte Sportart der Welt. Gekleidet mit einem strömungsgünstigen Latexanzug verlassen die Springer in 4.000 Meter das Flugzeug. In aerodynamisch günstiger Headdown-Position (Kopf voraus, Arme angelegt und Beine eng) wird bis 2.700 Meter beschleunigt. Hier beginnt die vertikale Mess-Strecke von 1.000 Meter Länge. Mit zwei kleinen Freifallcomputern wird die maßgebliche Durchschnittsgeschwingigkeit auf diesem 'Rennkilometer' ermittelt. Danach reduziert der Springer wieder seine Geschwindigkeit auf ein normales Maß, um in rund 1.000 Metern seinen Fallschirm zu ziehen.

Die erreichten Durchschnittgeschwindigkeiten liegen bei über 440 km/h, die Maximalgeschwindigkeiten sogar über 500 km/h.   Zum Seitenanfang

 

Speedskydiver im Headdown - zum vergrößern anklicken